Dienstag, 29. November 2016

Von Rückschlägen und Niederlagen


Lange hab ich mir überlegt ob ich diesen Blogbeitrag schreiben soll, immerhin ist es doch ziemlich persönlich, es geht um mein Inneres, um meine Gedanken, Emotionen, meine Gefühle. 
Normalerweise bin ich nicht der Typ Mensch der gerne über sowas redet, ich rede nicht gerne über mich selbst, über das, was mich beschäftigt, ich bin da mehr introvertiert. Aber ich habe mich schlussendlich doch entschieden, diesen Post zu schreiben, um zu zeigen dass auch im Leben eines Bloggers nicht immer alles glatt läuft, dass auch, auch wenn es nicht immer danach aussieht, ich nicht  von Selbstzweifeln, Rückschlägen oder Niederlagen befreit bin.

Ich bin ein ehrgeiziger Mensch. Nicht unbedingt ein Perfektionist, aber in gewisser Weise will ich doch alles gut machen, alles direkt schaffen. Dass das eben nicht immer klappt hab ich erst vor Kurzem wieder erfahren müssen. Mir fällt es schwer, meine Fehler zu akzeptieren. Mir fällt es schwer zu akzeptieren, dass ich in verschiedenen Dingen einfach nicht gut bin. 
Es geht mir nicht darum, andere Leute stolz zu machen oder zu befriedigen, nein, mir geht es mehr um mich selbst. Ich will selbst stolz auf mich sein, ich will mir selbst etwas beweisen. Beweisen dass ich gut genug bin, dass ich talentiert bin, dass ich nicht so ein schlechter Mensch bin, wie ich manchmal denke. Ist das Perfektionismus? Ich weiß es nicht. Vielleicht leichte Züge davon. 

Ich arbeite hart um Dinge zu erreichen, um gut zu sein. Ob das jetzt schulisch ist oder in anderen Bereichen. Scheitern? Etwas mit dem ich nicht gut umgehen kann. Es zieht mich runter, mehr als es eigentlich sollte. Klar, Scheitern ist menschlich, es kann einem nicht alles gelingen. Und doch. Die Gedanken dass ich nicht gut genug bin, dass ich versagt habe, schwirren in meinem Kopf, halten mich vom Schlafen ab und hinterlassen meist ein sehr mulmiges Gefühl.

Ich versuche oft, mein Bestes zu geben, die Beste zu sein. Bei mir ist es nicht dass Andere mich unter Druck setzen, ich tu es selbst. Die Einzige, die hohe Erwartungen an mich hat, bin ich selbst. Meist hat das zur Folge dass ich scheitere. Weil ich mich zu sehr stresse, mich zu sehr unter Druck setze. 
Doch warum tu ich das, wem will ich was beweisen? Warum muss ich mich so sehr unter Druck setzen, in allem gut zu sein? Ich hatte lange ein ziemlich kleines Selbstbewusstsein, das ist auch jetzt noch immer der Fall. Wahrscheinlich will ich, indem ich alles direkt bestehe, das kompensieren. Mir selbst zeigen: "Hey, so schlecht bist du nicht."
Ich weiß es nicht. Vielleicht werde ich es nie wissen. Vielleicht ist das einfach so wie ich bin. Auch wenn ich selbst weiß dass ich mit dieser Art mehr zerstöre als ich erreiche. Vielleicht muss ich auch einfach endlich verstehen, dass Scheitern menschlich ist, dass niemand fehlerfrei ist. Und dass die Macken, die Unperfektheiten einen gerade zu dem machen was man ist, dass sie das sind, was einen zu einem so wertvollen und wichtigen, einzigartigen Menschen machen.

Fehler sind menschlich. Sie machen dich nicht weniger gut als du bist. Du bist bereits ein toller Mensch. Und das musst du niemandem beweisen.

Manchmal tut es gut, solche Dinge einfach loszuwerden, niederzuschreiben. Fühle dich frei, deine Gedanken mit mir zu teilen, dein Inneres loszuwerden. 
Du bist nicht allein.


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